Auf der Lindauer Insel stehen drei Reste eines Befestigungsrings, die keiner Kasse und keiner Öffnungszeit unterliegen: eine Schanze mit Parkhaus darauf, eine Bastion mit alten Bäumen und ein Turmstumpf aus Buckelquadern. Über den Besuch entscheidet deshalb nichts Historisches, sondern eine Verkehrsregel — die Frage, wo das Rad stehen bleibt. Und über das Alter eines der drei streiten zwei amtliche Quellen bis heute.
Die bayerische Denkmalliste führt die Inselbefestigung unter einer einzigen Aktennummer, D-7-76-116-1. Ihr Text ordnet die Anlage zeitlich: Die Befestigung des bebauten Inselteils entstand im Wesentlichen im 12. und 13. Jahrhundert. Darunter vermutet der Eintrag den Rest eines älteren, engeren Systems, das wohl schon zum 810/20 gegründeten Stift gehörte — und er verortet diesen Rest im Heidenturm an der Nordostspitze der Insel.
Die jüngeren Bauteile nennt derselbe Eintrag einzeln: die Karlsbastion aus dem frühen 16. Jahrhundert, die Pulverschanze wohl vom Anfang des 16. Jahrhunderts, Stern- und Lindenschanze aus dem 17. Jahrhundert und die Ludwigsbastion von 1609. Dazu kommen der Mangturm um 1200 und der Pulverturm, 1428 errichtet und nach einem Brand 1662 neu gebaut. Wer die drei Ziele dieser Seite abfährt, bewegt sich also durch rund achthundert Jahre Bauzeit an einem Vormittag.
Die Heidenmauer ist keine Mauer. Lindau Tourismus beschreibt sie als sehr alten Wachturm, blockförmig aus vier Mauern, und führt sie als ältestes Bauwerk der Stadt. Woher der Name stammt, sei nicht geklärt. Zur Entstehungszeit vermuteten manche die Stauferzeit, also das 11. bis 13. Jahrhundert; belegt sei das nicht, und unter Historikern bleibe die Einordnung umstritten.
Die Denkmalliste wird deutlicher: Rest eines Wehrturmes, Mauerwerk aus Buckelquadern, datiert ins 9. Jahrhundert. Das sind gut zweihundert Jahre früher als die Stauferthese. Wir mitteln die beiden Angaben nicht, sondern lassen sie nebeneinander stehen — zumal dieselbe Denkmalliste den Heidenturm ausdrücklich der ältesten Schicht zuordnet. Vor Ort siehst du davon wenige Meter Quadermauerwerk im öffentlichen Straßenraum, jederzeit und ohne Eintritt.
Die Karlsbastion am Westrand der Insel entstand nach Angabe der Stadt vermutlich unter Kaiser Karl V. und wurde 1619 verstärkt. Was den Platz heute trägt, sind die Bäume: eine stattliche Ulme, die dort seit mehr als hundert Jahren steht und dem Ulmensterben entgangen ist, dazu drei Rosskastanien, deren Äste weit in den See hineinragen. Ihre heutige Form bekam die Fläche als Knotenpunkt der Bayerischen Gartenschau 2021; seitdem ist der Zugang barrierefrei, und eine Stahltreppe führt hinunter zum Wasser. Neben der Ulme steht der Sockel des Maximiliansdenkmals, dessen Statue im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen wurde und nie ersetzt worden ist.
Auf der anderen Seite der Landtorbrücke liegt die Maximilianschanze, nach Angabe der Stadt rund hundert Jahre jünger und als militärstrategisches Gegenstück zur Karlsbastion angelegt — so ließ sich das Landtor der Stadtmauer schützen. Im Jahr 2000 legten Arbeiten dort Mauerreste frei. Zu sehen sind heute vor allem die mächtigen Kastanien und Platanen und ein Parkhaus. Zum selben Ring gehört auch der Diebsturm auf dem höchsten Punkt der Insel.
Lindau Tourismus bittet Radfahrende, auf der Insel nur in den ausgewiesenen Bereichen zu fahren und das Rad an den dafür vorgesehenen Stationen zu parken. Ein Ausweichen auf den Bus fällt aus: Die Stadt hält zum Stadtbus fest, dass eine Mitnahme von Fahrrädern nicht gestattet ist. Alle drei Ziele erreichst du also mit geschobenem oder abgestelltem Rad.
Fürs Abstellen führt die Stadt 28 abschließbare Fahrradboxen im Parkhaus P4 in der Zwanziger Straße 6 gegenüber der Inselhalle, zehn davon mit Ladestation und sechs in Größe XL, zu 2,00 Euro je 24 Stunden. Rechne damit aber nicht fest: Dieselbe Seite schreibt, dass die Boxen aktuell nicht bewirtschaftet werden. Feste Ständer nennt die Stadt am Marktplatz, vor den Fußgängerzonen an Maximilianstraße, Inselgraben und Brettermarkt sowie verteilt in der Altstadt, etwa am Alten Schulplatz und am Reichsplatz. Dazu kommen zwei Fahrradgaragen mit je 22 Plätzen, zehn KLiMo-Stationen und 168 Plätze in Doppelstockanlagen am Bahnhof Lindau-Reutin.
Wie sich die Insel in die Radregion einfügt, steht auf der Seite zum Bodensee. Die Ziele im Altstadtkern haben wir unter Lindauer Insel mit dem Rad beschrieben, das Uferband auf dem Festland unter Lindau abseits der Insel.
Nichts. Heidenmauer, Karlsbastion und Maximilianschanze liegen im öffentlichen Raum, ohne Kasse und ohne Öffnungszeit. Kosten entstehen allenfalls fürs Abstellen des Rads: Die Stadt Lindau nennt für die abschließbaren Boxen im Parkhaus P4 einen Satz von 2,00 Euro je 24 Stunden.
Das ist offen. Lindau Tourismus nennt die Stauferzeit vom 11. bis 13. Jahrhundert als Vermutung und schreibt, die Einordnung bleibe unter Historikern umstritten. Die bayerische Denkmalliste datiert den Wehrturm aus Buckelquadern dagegen ins 9. Jahrhundert. Beide Angaben stehen hier nebeneinander, gemittelt wird nicht.
Lindau Tourismus bittet darum, auf der Insel nur in den ausgewiesenen Bereichen zu fahren und das Rad an den vorgesehenen Stationen zu parken. Plane den Besuch der drei Ziele deshalb als Rundgang mit abgestelltem Rad. Die genaue Beschilderung liest du vor Ort am Zugang ab.
Nein. Die Stadt Lindau hält zum Stadtbus ausdrücklich fest, dass eine Mitnahme von Fahrrädern nicht gestattet ist. Als Zubringer oder als Rückfallweg für eine Etappe, die nicht mehr aufgeht, fällt der Bus damit aus. Am Bahnhof Lindau-Reutin stehen dafür 168 Plätze in Doppelstockanlagen.
Die Stadt führt 28 abschließbare Boxen im Parkhaus P4 in der Zwanziger Straße 6, zehn davon mit Ladestation und sechs in Größe XL. Sie schreibt zugleich, dass die Boxen aktuell nicht bewirtschaftet werden. Als Ausweichweg nennt sie zwei Fahrradgaragen mit je 22 Plätzen.