
Wer Lindau sagt, meint meistens die Insel. Der größere Teil der Stadt liegt aber auf dem Festland, und dort fährst du ohne Fußgängerzone, ohne Schiebestrecke und ohne Suche nach einem Abstellplatz. Drei Halte auf diesem Uferband zeigen zugleich, wie unterschiedlich die Regeln sind: ein Friedhof, in den du nicht hineinfährst, ein Schutzgebiet, das du nicht betrittst, und ein Haus, das du nur von außen siehst.
Der Alte Friedhof Aeschach liegt an der Anheggerstraße, oben auf dem Aeschacher Berg und damit auf dem Festland. Er ist heute eine denkmalgeschützte Parkanlage — und ein genutzter Friedhof, in dem seit 2010 wieder Urnenbestattungen stattfinden.
Daraus folgt die Regel, die deine Planung betrifft: Die Friedhofs- und Bestattungssatzung der Stadt Lindau untersagt es, die Wege mit Fahrzeugen und Sportgeräten aller Art zu befahren. Ausgenommen sind Kinderwagen, Rollstühle und vergleichbare Hilfsmittel. Du stellst das Rad also am Zugang ab oder schiebst es. Ausgewiesene Fahrradständer nennt die Stadt für diesen Zugang nicht — rechne damit, das Rad am Rand anzuschließen.
Eine zweite Regel betrifft die Kamera. Dieselbe Satzung untersagt es, ohne Erlaubnis Film-, Video- und Fotoaufnahmen von Grabstätten und insbesondere von Grabmalen zu erstellen, zu verwerten oder zu verbreiten, etwa im Internet; Aufnahmen zu privaten Zwecken sind ausgenommen. Wer Bilder veröffentlichen will, fragt vorher. Lärmen, Spielen und Lagern sind ebenfalls untersagt — die Rast nach der Etappe gehört an einen anderen Platz.
Zwei Kilometer weiter greift eine flache Bucht ins Land. Das Naturschutzgebiet Reutiner Bucht umfasst nach § 2 Absatz 1 der Verordnung rund 28 Hektar. Die Regierung von Schwaben hat sie am 27. Januar 2005 festgesetzt, und der Schutzzweck in § 3 nennt die Bucht als Lebensraum der Strandschmielengesellschaft und als Nahrungs-, Rast- und Brutplatz für Wasservögel.
Der Verbotskatalog in § 4 Absatz 3 ist eindeutiger als jedes Schild. Betreten darfst du das Gebiet nur auf dem Weg über die Galgeninsel und auf dem Kiesuferabschnitt an dessen seewärtigem Ende. Das Befahren zu Wasser oder zu Land ist verboten, ebenso Zelten und Lagern, Schwimmen und Tauchen sowie das Freilaufenlassen von Hunden. Dein Rad bleibt am Zugang, und den letzten Abschnitt gehst du.
Das ist kein Verlust. Die Stadt hat einen erhöht angelegten Naturbeobachtungssteg gebaut; von dort siehst du die Vögel, ohne sie aufzuscheuchen. Eine Bank gibt es dort nicht — Verweilen ist nicht vorgesehen, und das ist Absicht.
An der Eichwaldstraße 82 steht die Villa Leuchtenberg. Prinzessin Théodelinde de Beauharnais erwarb das Grundstück 1853, bis 1855 war der Umbau fertig, 1886 ging das Anwesen an den Textilfabrikanten Samuel Wilhelm Schindler, von 2005 bis 2008 folgte eine Sanierung. Heute befinden sich Wohn- und Büroräume darin.
Es gibt also kein Museum, kein Café und keine Führung. Dass du das Haus überhaupt siehst, hast du einer Entscheidung von 1973 zu verdanken: Damals ließ die Stadt einen Uferweg vor der Villa bauen, mitten durch das Privatgrundstück hindurch. Rechne mit wenigen Minuten — ein Blick, ein Foto, weiter — und behandle den Garten als das, was er ist.
Die Stadt baut die Uferroute in vier Abschnitten aus. Zwei davon sind fertig und wurden am 15. April 2024 eröffnet: die Fahrradzone in der Schachener Straße zwischen der Abzweigung Enzisweiler Straße und der Ortsgrenze zu Wasserburg, gebaut von November 2022 bis April 2024, und die Bregenzer Straße vom Europaplatz bis zur Unterführung, gebaut von April 2023 bis April 2024.
Für die beiden übrigen Abschnitte nannte die Stadt Herbst 2024 zwischen der Bahlsen-Brücke und dem Bahnübergang Eichwaldstraße und Frühjahr 2025 für die Fortsetzung bis zur Landesgrenze nach Österreich; das Gesamtprojekt führt sie mit einer Laufzeit bis zum 31. Juli 2025. Eine Fertigmeldung für diese beiden Abschnitte steht auf den städtischen Seiten nicht. Richte dich deshalb nach der Beschilderung vor Ort und nicht nach dem Planungsstand — gerade Richtung Bregenz kann eine Baustelle im Weg sein.
Wie der Bodensee-Radweg insgesamt liegt, steht in Bodensee-Radweg: Etappen, Fähren, Grenzen und Bahn.
Nein. Die Friedhofs- und Bestattungssatzung der Stadt Lindau untersagt es, die Wege mit Fahrzeugen und Sportgeräten aller Art zu befahren; ausgenommen sind Kinderwagen, Rollstühle und vergleichbare Hilfsmittel. Du stellst das Rad am Zugang ab oder schiebst es. Ausgewiesene Fahrradständer nennt die Stadt dort nicht.
Nur auf den Weg über die Galgeninsel und auf den Kiesuferabschnitt an dessen seewärtigem Ende. So steht es in § 4 Absatz 3 der Verordnung vom 27. Januar 2005. Das Befahren zu Wasser und zu Land ist verboten, ebenso Schwimmen, Tauchen, Zelten und das Freilaufenlassen von Hunden.
Nein. In dem Haus befinden sich heute Wohn- und Büroräume, es gibt weder Museum noch Führung. Sichtbar ist die Seeseite vom öffentlichen Uferweg aus, den die Stadt 1973 quer durch das Privatgrundstück anlegen ließ. Plane deshalb nur wenige Minuten für diesen Halt ein.
Noch nicht. Fertig und seit dem 15. April 2024 eröffnet sind die Fahrradzone Schachener Straße und die Bregenzer Straße. Für die Abschnitte an der Eichwaldstraße und weiter bis zur Landesgrenze nannte die Stadt Herbst 2024 und Frühjahr 2025, ohne bisher eine Fertigmeldung zu veröffentlichen.
Für eine Radetappe ja, weil du auf dem Festland weder Fußgängerzone noch Schiebestrecke hast und das Rad nicht an einer ausgewiesenen Station abstellen musst. Inhaltlich sind es andere Ziele: ein denkmalgeschützter Friedhof, ein Vogelschutzgebiet und eine Ufervilla. Wer beides sehen will, fährt das Ufer und geht die Insel getrennt an.