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Praxis

GPX-Datei aufs Handy laden: Radtour navigieren

Eine GPX-Datei ist ein Textdokument nach einem offenen Standard von 2004. Was darin steht, was beim Umwandeln verloren geht und was sie über den Weg nicht sagt.

Redaktion Biketour.Guide
4 Min. Lesezeit
Wasserlauf mit Weideland an der Ammerland-Route, am Ufer grasen Schafe unter hohem Wolkenhimmel
Foto: Rita Cramer · CC BY-SA 4.0

Du lädst eine Strecke herunter und bekommst eine Datei mit der Endung .gpx. Sie sieht nach Technik aus, ist aber ein Textdokument, das du mit jedem Editor öffnen kannst. Dahinter steht ein offener Standard: Topografix beschreibt GPX als leichtgewichtiges XML-Datenformat für den Austausch von GPS-Daten zwischen Anwendungen und Webdiensten. Version 1.0 erschien 2002, Version 1.1 am 9. August 2004.

Was in der Datei steht

GPX transportiert drei Arten von Daten: Wegpunkte, Routen und Spuren. Die Dokumentation von GPSBabel, einem Umwandlungswerkzeug für Geodaten, führt alle drei getrennt auf — es liest und schreibt Wegpunkte, Spuren und Routen jeweils einzeln. Diese Trennung ist der Grund, warum dieselbe Datei auf zwei Geräten verschieden ankommt: Manche Anwendung wertet nur die Spur aus, eine andere baut aus den Wegpunkten eine Abbiegeführung.

Weil GPX ein XML-Format ist, kannst du hineinsehen, bevor du dich auf die Datei verlässt. Ein Blick in die ersten Zeilen verrät die Version und den Erzeuger. Das klingt nach Kleinigkeit, entscheidet aber, ob das folgende Umwandeln gut ausgeht.

Vom Rechner aufs Gerät

Der Weg selbst ist unspektakulär: Die Datei wandert über Kabel, Speicher oder einen Dienst deiner Wahl auf das Gerät, und dort öffnest du sie in der Anwendung, die navigieren soll. Welche Wege dein Gerät anbietet, steht in seiner Anleitung — dieser Punkt unterscheidet sich zwischen Herstellern und Betriebssystemversionen so stark, dass jede allgemeine Angabe dazu veraltet, bevor du sie liest.

Verlässlich ist dagegen der Rat, die Originaldatei zu behalten. Solange das Original unverändert liegt, kannst du jeden misslungenen Zwischenschritt rückgängig machen, indem du noch einmal von vorn beginnst.

Ebenso verlässlich: Probier die Datei zu Hause aus, nicht am Startpunkt. Öffne sie einmal in der Anwendung, die dich führen soll, und sieh nach, ob die Strecke vollständig erscheint und an der richtigen Stelle beginnt. Fünf Minuten am Küchentisch ersparen dir die Suche nach einer Lösung an einem Bahnhof, an dem du eigentlich losfahren wolltest.

Wo beim Umwandeln etwas verloren geht

Hier liegt die Stelle, an der Touren still kaputtgehen. Die GPSBabel-Dokumentation beschreibt den Versionswechsel deutlich: Beim Schreiben ist Version 1.0 die Voreinstellung, sofern nicht mindestens eine Eingabedatei in Version 1.1 vorliegt. Und sie warnt: Enthält eine GPX-1.0-Datei erweiterte Namensräume, führt allein das Zurückschreiben zu einer übel zugerichteten GPX-Datei, weil sich die Schemadaten nicht konvertieren lassen.

Erweiterte Namensräume sind genau das, worin Hersteller ihre Zusatzangaben ablegen — Herzfrequenz, Trittfrequenz, eigene Felder. Sie sind kein Beiwerk für den, der sie auswerten will. Wer eine Datei durch mehrere Werkzeuge schickt, verliert sie unterwegs, ohne dass eine Fehlermeldung erscheint.

Daraus folgt eine schlichte Regel: so selten umwandeln wie möglich. Jeder zusätzliche Schritt durch ein weiteres Werkzeug ist eine Gelegenheit, etwas zu verlieren, das niemand vermisst, bis es gebraucht wird. Wenn du umwandeln musst, wandle einmal um und behalte das Original daneben.

Auch die Genauigkeit ist einstellbar. GPSBabel schreibt Höhenwerte voreingestellt mit drei Nachkommastellen; die Dokumentation ordnet das ein: Drei Dezimalstellen entsprechen einem Millimeter. Mehr Stellen machen eine Höhenangabe nicht genauer — sie machen die Datei größer.

Was die Datei nicht sagt

Eine GPX-Datei ist eine Folge von Koordinaten. Sie enthält kein Wegerecht, keine Sperrung, keine Angabe zum Untergrund und keine Öffnungszeit. Ob der Weg, den sie beschreibt, heute befahrbar ist, steht nicht darin — und ob du dort fahren darfst, erst recht nicht. Vor jeder längeren Fahrt gehört deshalb ein Blick auf die aktuellen Sperrungen dazu.

Ebenso wenig sagt die Datei, ob eine Strecke zu dir passt. Die Länge lässt sich aus den Punkten rechnen, der Charakter nicht. Ob eine Runde wie die Ammerland-Route flach durch Weideland zieht oder eine Etappe wie der Elberadweg am Fluss entlangführt, steht auf der Tourenseite, nicht in den Koordinaten. Lade die Datei, wenn du weißt, wohin sie führt.

Häufige Fragen

Was ist eine GPX-Datei?

GPX ist ein offenes XML-Datenformat für den Austausch von GPS-Daten zwischen Anwendungen und Webdiensten. Topografix veröffentlichte Version 1.0 im Jahr 2002 und Version 1.1 am 9. August 2004. Die Datei transportiert Wegpunkte, Routen und Spuren und lässt sich mit einem gewöhnlichen Texteditor öffnen und lesen.

Welche GPX-Version sollte ich behalten?

Behalte die Version, in der du die Datei bekommen hast. GPSBabel schreibt voreingestellt Version 1.0, sofern keine Eingabedatei in 1.1 vorliegt. Wandelst du eine 1.0-Datei mit erweiterten Namensräumen um, warnt die Dokumentation vor einer übel zugerichteten Datei — die Schemadaten lassen sich nicht konvertieren.

Warum zeigt meine Anwendung die Tour anders an?

Weil GPX drei Datenarten kennt — Wegpunkte, Routen und Spuren — und nicht jede Anwendung alle drei gleich behandelt. GPSBabel etwa liest und schreibt jede Art einzeln. Wertet dein Gerät nur einen Teil der Datei aus, fehlt am Ende genau das, was du erwartet hast. Ein Blick in die Datei zeigt, was tatsächlich darin steht.

Wie genau sind die Höhenwerte in der Datei?

Die Zahl der Nachkommastellen sagt nichts über die Messgenauigkeit. GPSBabel schreibt Höhen voreingestellt mit drei Dezimalstellen und ordnet ein, dass drei Stellen einem Millimeter entsprechen. Woher der Höhenwert stammt und wie belastbar er ist, hängt am Geländemodell dahinter, nicht am Dateiformat.

Kann ich mich unterwegs auf die GPX-Datei verlassen?

Für den Verlauf ja, für die Lage vor Ort nicht. Die Datei enthält Koordinaten, aber kein Wegerecht, keine Sperrung, keinen Untergrund und keine Öffnungszeit. Prüfe vor der Fahrt die aktuellen Baustellen und Sperrungen auf dem Abschnitt und nimm eine Karte oder Beschreibung als zweite Quelle mit.

Quellen:GPX: the GPS Exchange Format, Topografix · GPX-Formatdokumentation, GPSBabel
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
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