
Das amtliche Baustellenportal deines Bundeslandes kennt deinen Radweg wahrscheinlich nicht. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr Sachsen beschreibt den Umfang seines Baustelleninformationssystems so: „Es werden Vollsperrungen ab einer Dauer von einem Tag sowie alle halbseitigen Sperrungen auf Straßen mit erheblicher Verkehrsbedeutung erfasst.“ Erfasst sind Autobahnen, Bundes-, Staats- und Kreisstraßen. Ein Wirtschaftsweg am Deich oder ein Uferweg an der Elbe fällt in keine dieser Klassen.
Zwei Lücken entstehen daraus. Die erste ist räumlich: Wo der Radweg keiner klassifizierten Straße folgt, taucht er in der Landesauskunft gar nicht auf. Die zweite ist zeitlich: Vollsperrungen unter einem Tag werden nicht erfasst, halbseitige nur auf Straßen mit erheblicher Verkehrsbedeutung. Genau diese kurzen Maßnahmen — Baumfällung, Mäharbeiten, Uferpflege — treffen Radwege am häufigsten.
Nützlich bleiben die Portale trotzdem, nämlich für die Umleitung. Wenn dein Radweg gesperrt ist und du auf die Straße ausweichen musst, willst du wissen, ob dort ebenfalls gebaut wird. Das Landesamt verweist dafür zusätzlich auf die Verkehrswarnmeldungen der Polizei und auf die Baustelleninformationssysteme des Bundes, der Länder und der Nachbarländer.
Wo ein Land einen eigenen Radroutenplaner betreibt, ist die Auskunft brauchbarer. Der Radroutenplaner Hessen, betrieben von der ivm, nimmt Baustellen nach eigener Angabe tagesaktuell auf, zeigt gesperrte Abschnitte mit Länge und Grund in der Karte und meidet sie bei der Routenberechnung automatisch. Kommunen können ihre Baustellendaten über eine Schnittstelle einspielen; Frankfurt am Main tut das bereits.
Dort funktioniert auch der Rückkanal. Radfahrende melden eine Sperrung per E-Mail oder zeichnen sie über die Funktion Kartenfehler direkt in die Karte. Gefragt sind dabei nicht nur Ort und Grund, sondern auch der Verlauf möglicher Umleitungen und die voraussichtliche Dauer. Ausdrücklich erwünscht sind auch Sperrungen, die im Planer noch gar nicht erfasst sind. Wer eine meldet, spart dem nächsten Fahrgast den Umweg.
In Niedersachsen ist der Zuschnitt enger. Der Radroutenplaner Niedersachsen, entwickelt von der NOLIS GmbH gemeinsam mit dem Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung, führt nach seiner eigenen Beschreibung Angaben zur Wegbeschaffenheit, zu Gefahrenpunkten und Steigungen sowie Informationen zu Fähren. Baustellen und Sperrungen nennt er nicht. Fehler im Wegenetz nimmt das Radwegekataster des Landesamtes entgegen.
Die genaueste Auskunft steht meistens auf der Seite der Stadt oder Gemeinde, durch die du fährst. Ein Beispiel aus dem Sächsischen Elbland: Zum Herbst- und Weinfest sperrt die Große Kreisstadt Radebeul das gesamte Festgelände am Dorfanger vom 14. bis zum 22. September 2026 für den allgemeinen Verkehr; der Anger selbst ist ab Freitag, dem 18. September, 8 Uhr voll gesperrt und wird am 23. September wieder freigegeben. In derselben Meldung steht, dass der Elberadweg zwischen Betonstraße und Uferstraße voll gesperrt ist und für beide Richtungen Umleitungen ausgeschildert sind.
Eine Warnmeldung, die unter deinem Streckenabschnitt steht, gilt nicht automatisch für deinen Streckenabschnitt. Sperrlisten sind nach Zuständigkeit sortiert, nicht nach Kilometer. Lies deshalb den Meldungstext selbst und suche darin den räumlichen und den zeitlichen Geltungsbereich. In Tabellen stehen Zeitraum, Anlass und Umfang in derselben Zeile — wer nur eine Spalte übernimmt, übernimmt eine halbe Information.
Der zweite Blick gehört der Rückfahrt. Der Niedersachsentarif hält fest, dass die Fahrradmitnahme im Schienenersatzverkehr mit Bussen nicht möglich ist. Eine Bahnbaustelle auf deiner Heimstrecke ist damit genauso planungsrelevant wie die Sperrung auf dem Radweg selbst; mehr dazu im Beitrag zur Fahrradmitnahme in Niedersachsen.
Sich auf ein Landesportal verlassen, das nur klassifizierte Straßen führt. Eine Meldung übernehmen, ohne ihren Geltungsbereich gelesen zu haben. Aus einer Sperrung ohne Datum schließen, sie sei kurzfristig. Und annehmen, eine ausgeschilderte Umleitung sei fahrbar — Umleitungen führen regelmäßig über Straßen ohne Radweg.
Wie eine konkrete Sperrung eine Tagesetappe verändert, steht auf der Seite zu Altkötzschenbroda; die Strecke selbst beschreibt die Etappe Dresden–Meißen, die Region die Elbland-Seite.
In der Regel nicht. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr Sachsen erfasst Autobahnen, Bundes-, Staats- und Kreisstraßen. Aufgenommen werden Vollsperrungen ab einer Dauer von einem Tag und halbseitige Sperrungen nur auf Straßen mit erheblicher Verkehrsbedeutung. Ein eigenständig geführter Radweg erfüllt keine dieser Bedingungen und fehlt deshalb.
Am ehesten ein Radroutenplaner des Landes und die Seite der betroffenen Kommune. Der Radroutenplaner Hessen nimmt Baustellen tagesaktuell auf, zeigt Länge und Grund der Sperrung in der Karte und meidet gesperrte Abschnitte bei der Routenberechnung. Kommunen können ihre Baustellendaten über eine Schnittstelle einspielen.
In Hessen ja. Der Betreiber nimmt Meldungen per E-Mail entgegen, außerdem lässt sich ein Kartenfehler direkt in die Karte einzeichnen. Angegeben werden sollten die genaue Lage, der Verlauf möglicher Umleitungen, die voraussichtliche Dauer und der Grund. In Niedersachsen führt das Radwegekataster des Landesamtes den Rückkanal.
Nach seiner eigenen Beschreibung nicht. Genannt werden Angaben zur Wegbeschaffenheit, zu Gefahrenpunkten und Steigungen sowie Informationen zu Fähren. Für Sperrungen bleibt deshalb der Umweg über die Kommune oder den Baulastträger. Entwickelt wurde der Planer von der NOLIS GmbH gemeinsam mit dem Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung.
Am Meldungstext, nicht an der Überschrift. Eine Meldung, die unter deinem Abschnitt gelistet ist, kann einen ganz anderen Ort betreffen. Suche im Text den räumlichen und den zeitlichen Geltungsbereich. Steht die Angabe in einer Tabelle, gehören Zeitraum, Anlass und Umfang derselben Zeile an und werden gemeinsam gelesen.