
Zwei Fahrscheine, ein Fahrgast: Wer in Niedersachsen mit dem Rad in den Regionalzug steigt, löst neben der eigenen Fahrkarte fast immer ein zweites Ticket für das Rad. Was es kostet, steht nicht im Fahrplan, sondern im Tarif des Verbundes, in dem du einsteigst. In einem Fall entscheidet sogar nicht der Preis, sondern die Uhrzeit. Die Deutsche Bahn weist ausdrücklich darauf hin, dass die Fahrradmitnahme in den Verkehrsverbünden unterschiedlich geregelt ist, und rät, sich vor Reiseantritt beim jeweiligen Verbund zu erkundigen.
Im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen brauchst du zum Personenticket ein FahrradTicket „mit demselben Geltungsbereich und Gültigkeitszeitraum“. Die Bremer Straßenbahn AG weist die Beträge aus: 2,50 Euro in den Preisstufen I, A, B und S, 4,90 Euro für den Gesamtbereich. Für die Preisstufen C bis H gibt es keine Nahbereichskarte, dort gilt nur der Gesamtbereich. Klappräder und Kinderfahrräder von Kindern unter sechs Jahren fahren kostenlos mit.
Im Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen läuft es andersherum. Im Bus fährt das Rad gratis: „Die Fahrradmitnahme in den Bussen ist im VSN-Gebiet kostenlos.“ Im Zug kostet die Fahrradtageskarte 4,50 Euro, die Monatskarte 25 Euro. Wer aus dem Weserbergland nach Süden fährt, steigt dabei oft am Bahnhof Kreiensen um — die Tourist-Information Einbeck nennt von dort Verbindungen Richtung Hannover, Harz, Göttingen und Paderborn.
Nach Norden reicht der Hamburger Verkehrsverbund herein, und er ist der einzige mit einer harten Zeitgrenze. Die evb Elbe-Weser fasst sie zusammen: „In den S- und U-Bahnen sowie Bussen des HVV ist montags bis freitags von 6 – 9 Uhr und von 16 – 18 Uhr keine Radmitnahme möglich.“ Die Fahrradkarte kostet dort 3,50 Euro, auf Buslinien fährt das Rad kostenlos.
Verlässt deine Strecke das Verbundgebiet, greift der Niedersachsentarif. Seine Fahrradtageskarte kostet 7 Euro je Rad und gilt „von 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages“, für beliebig viele Fahrten an diesem Tag, aber nur zusammen mit einem gültigen Personenfahrschein. Klappräder stehen im Gepäckbereich kostenlos, Kinderräder von Kindern unter sechs Jahren ebenfalls. Was davon im Deutschlandticket steckt, steht im Beitrag zu Deutschlandticket und Fahrrad: nichts.
Ein Sonderfall kostet doppelt. Zwischen Bremen und Norddeich Mole im IC reicht die Fahrradtageskarte nicht aus; die Deutsche Bahn verlangt zusätzlich einen kostenpflichtigen Fahrradstellplatz, gebucht im DB Reisezentrum. Wer die Nordseeküste im Fernverkehr ansteuert, plant diesen Schritt vor der Abfahrt ein, nicht am Bahnsteig.
Der Geltungsraum ist dabei größer, als der Name vermuten lässt: Die Deutsche Bahn führt die Fahrradtageskarte für beliebig viele Fahrten „in Niedersachsen, nach Bremen und Hamburg“ und bis nach Hengelo in den Niederlanden. Eine Wochen- oder Monatsvariante gibt es dagegen nicht; der Niedersachsentarif begründet das mit den Kapazitätsgrenzen in den Spitzenstunden. Wer regelmäßig mit dem Rad pendelt, zahlt also je Fahrtag.
Die härteste Zahl steht nicht im Tarif, sondern im Fahrzeug. Die evb Elbe-Weser nennt „max. 8 Fahrräder pro Zug“ und stellt klar, dass Kinderwagen und Rollstühle Vorrang haben; bei vollem Fahrzeug entscheidet das Personal im Einzelfall. Auch der Niedersachsentarif stellt Kinderwagen und Rollstühle vor das Rad und nimmt die Mitnahme im Schienenersatzverkehr ganz aus.
Wer ohne Fahrradticket einsteigt, zahlt bei der evb 60 Euro. Das ist der Gegenwert von acht Fahrradtageskarten im Niedersachsentarif, und es ändert nichts daran, dass der Platz trotzdem belegt sein kann.
Morgens um halb acht mit dem Rad in eine HVV-S-Bahn steigen. Ein Fahrradticket für eine kleinere Preisstufe lösen als die eigene Fahrkarte. Sich auf einen Stellplatz verlassen, wenn zwei Kinderwagen schon stehen. Mit dem Rad in den Ersatzbus. Und die Rückfahrt so knapp legen, dass nur ein einziger Zug bleibt — bei acht Plätzen je Zug ist das keine Reserve, sondern eine Wette.
Wie sich das auf eine flache Tagesrunde auswirkt, zeigt die Seite zum Zwischenahner Meer, deren Schiffsanleger im Winterfahrplan wegfallen. Die Übersicht der Region steht auf der Ammerland-Seite, die gesamte Runde als Tour auf der Ammerland-Route.
Ja. Der Verbund verlangt zusätzlich zur Fahrkarte ein FahrradTicket mit demselben Geltungsbereich und demselben Gültigkeitszeitraum. Die Bremer Straßenbahn AG nennt dafür 2,50 Euro in den Preisstufen I, A, B und S sowie 4,90 Euro für den Gesamtbereich. Für die Preisstufen C bis H gilt ausschließlich der Gesamtbereich.
Im Bus nichts: Der Verbund schreibt, die Fahrradmitnahme in den Bussen sei im VSN-Gebiet kostenlos. Im Zug brauchst du eine Fahrradtageskarte für 4,50 Euro oder eine Fahrradmonatskarte für 25 Euro. Auch dort haben Kinderwagen und Rollstühle Vorrang, und ein voller Bus kann die Mitnahme trotzdem verhindern.
Im Hamburger Verkehrsverbund ja. Nach Angabe der evb Elbe-Weser ist in S- und U-Bahnen sowie Bussen des HVV montags bis freitags von 6 bis 9 Uhr und von 16 bis 18 Uhr keine Radmitnahme möglich. Für VBN und Niedersachsentarif nennen die Betreiber keine vergleichbare Zeitgrenze.
Die evb Elbe-Weser nennt maximal acht Fahrräder pro Zug und behält die Entscheidung bei vollem Fahrzeug dem Personal vor. Kinderwagen und Rollstühle haben Vorrang vor Rädern. Plane deshalb nie mit dem letzten Zug des Tages, wenn du auf die Mitnahme wirklich angewiesen bist.
Dann greift der Niedersachsentarif. Die Fahrradtageskarte kostet 7 Euro je Rad und gilt von 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages, zusammen mit einem gültigen Personenfahrschein. Klappräder fahren im Gepäckbereich kostenlos mit, ebenso Kinderräder von Kindern unter sechs Jahren. Im Schienenersatzverkehr entfällt die Mitnahme vollständig.