
Drei Rundtouren hinter dem Bodenseeufer, drei verschiedene Gründe, warum der Tag anders läuft als geplant. Am Untersee bedient die Schifffahrt ab dem 5. Oktober 2026 Konstanz nicht mehr. Im Linzgau liegt ein Schloss an der Strecke, das du nicht von innen siehst. Und in Argenbühl steht die Runde, um die es hier geht, auf keiner Seite der Gemeinde. Drei Planungsgrößen, keine Randnotizen.
Die Runde Rund um den Untersee startet in Radolfzell und misst nach der Datenlieferung 74 Kilometer. Wer abkürzen will, denkt zuerst ans Schiff — und genau das trägt in diesem Herbst nicht. Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein schreibt zu ihrem Niedrigwasser-Fahrplan: „Ab Montag, 5. Oktober, können aufgrund des zu tiefen Wasserstandes im Konstanzer Trichter Konstanz und Kreuzlingen von der URh nicht mehr bedient werden“. Die Landestellen Mammern und Wangen fallen „bis auf Weiteres“ weg, und vom 5. bis 18. Oktober verkehren „täglich ausschliesslich Kurse 533 und 536 zwischen Gottlieben und Öhningen sowie Rundfahrten ab Schaffhausen“.
Fährst du früher, kostet das Rad an Bord „50 % des Normaltarifs einfache Fahrt (max. CHF 17.– / EUR 18.50)“, und die Gesellschaft hält im selben Zug fest: „Beschränkter Platz; keine Beförderungspflicht“. Ein Anspruch auf Mitnahme entsteht daraus nicht.
Zwei Ziele am Weg sind enger gefasst, als die Karte vermuten lässt. Das Wollmatinger Ried ist nach Angabe der Tourist-Information Reichenau „mit Rücksicht auf die empfindliche Pflanzen- und Tierwelt für die Öffentlichkeit gesperrt, darf aber unter sachkundiger Führung durch den NABU betreten werden“. Die Mettnau-Spitze bei Radolfzell wiederum ist nicht nur in der Vogelschutzzeit vom 15. April bis 31. August gesperrt: Die Tourismusseite der Stadt meldet zusätzlich, sie sei „aufgrund von Unwetterschäden aktuell nicht begehbar“. Ein Datum nennt diese Meldung nicht, der Status bleibt damit offen.
Die E-Bike-Runde im Linzgau beginnt am Kloster und Schloss Salem und arbeitet sich in die Hügel dahinter. Der Startpunkt ist der bequemste Teil des Tages: Auf dem Areal steht laut Betreiber eine Ladestation für E-Bikes, deren Standort du an der Kasse erfragst, dazu Fahrradständer am Eingang, Schließfächer und — ungewöhnlich genug, um es zu nennen — „Reparaturkits und Überziehern für Klickpedalschuhe“.
Danach wird es eng. Schloss Heiligenberg liegt direkt an der Strecke, die Gemeinde schreibt dazu aber „Bis auf weiteres keine Schlossführungen / Besichtigungen“, weil die Familie Fürstenberg es bewohnt. Das Bodensee-Obstmuseum in Frickingen öffnet nach Angabe der Gemeinde „von 01.05. - 31.10. / jeden Sonn- und Feiertag von 10.30 - 12.00 Uhr“ — anderthalb Stunden an einem Tag, den du treffen musst. Verlässlich bleibt allein der Aussichtsturm Hohenbodman: Die Gemeinde Owingen nennt 37 Meter Höhe, 141 Stufen und Zugang „täglich von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr“, dazu ein kostenloses Fernglas oben.
Die Radrunde Argenwege verläuft über die Hochflächen an der Unteren Argen; die Datenlieferung führt 41 Kilometer. Auf der Radseite der Gemeinde Argenbühl taucht diese Runde nicht auf — dort stehen die Radrunde Allgäu, der Oberschwaben-Allgäu-Radweg und die Allgäuer Käsestraße. Was die Gemeinde nennt, nützt unterwegs mehr: einen RadSERVICE-Punkt „mit Luftpumpe und Werkzeug“ in Eglofs an der Bushaltestelle an der Alpgaustraße, einen E-Bike-Verleih am selben Ort und kostenfreie Parkplätze in allen Ortschaften. Ihre Höhenangabe von 662 bis 761 Metern misst das Gemeindegebiet, nicht die Strecke.
Zur Anreise verweist die Gemeinde auf den „Bahnhof Wangen im Allgäu mit dem Bus zu den Ortschaften der Gemeinde“. Mit Rad wird daraus nichts, der nächste Abschnitt sagt warum. Dazu kommt eine Baustelle: Ab Montag, 12. Oktober 2026, lässt das Regierungspräsidium nach einer Vorabinformation der Gemeinde die B 12 zwischen Argenbühl-Eisenharz und Isny-Dorenwaid voll sperren, „unter günstigen Witterungsverhältnissen eine Bauzeit von ca. 3 Wochen“. Zur Führung des Radverkehrs sagt diese Meldung nichts.
Im Verkehrsverbund bodo gilt der Satz: „Die Fahrradmitnahme im Bus ist im bodo-Verkehrsverbund überwiegend nicht möglich.“ Die wenigen Ausnahmen sind namentlich aufgezählt, und die Busse nach Argenbühl gehören nicht dazu. In den Zügen kostet die Mitnahme auf den Strecken um Salem montags bis freitags zwischen 6 und 9 Uhr Geld und ist außerhalb dieses Fensters kostenlos; zwischen Kißlegg, Wangen und Leutkirch ist sie rund um die Uhr kostenlos. Für beide Fälle gilt derselbe Vorbehalt des Verbunds: „Ein Anspruch auf Fahrradbeförderung besteht nicht“ — auch nicht mit gelöstem Fahrradfahrschein.
Weiter westlich, im Verkehrsverbund Hegau-Bodensee rund um Radolfzell, ist die Mitnahme „werktags ab 9 Uhr“ sowie an Wochenenden und Feiertagen ganztägig kostenfrei; montags bis freitags zwischen 6 und 9 Uhr braucht es ein bwFahrradticket. Der Betreiber des seehas zieht die Grenze am deutlichsten: „Fahrräder dürfen nur mitgeführt werden, wenn die Auslastung es erlaubt.“ Reservieren lässt sich ein Fahrradplatz dort nicht. Wie die Regeln rund um den See zusammenhängen, steht gesammelt auf Radfahren am Bodensee.
Nur eingeschränkt. Die Untersee-Gesellschaft bedient Konstanz und Kreuzlingen ab dem 5. Oktober wegen Niedrigwassers nicht mehr, und vom 5. bis 18. Oktober fahren allein die Kurse 533 und 536 zwischen Gottlieben und Öhningen. Ein Anspruch auf Mitnahme des Rades besteht ohnehin nicht, der Platz ist beschränkt.
Derzeit nicht. Die Gemeinde Heiligenberg schreibt „Bis auf weiteres keine Schlossführungen / Besichtigungen“ und begründet das damit, dass die Familie Fürstenberg das Schloss bewohnt. Du siehst die Anlage von der Straße aus. Plane den Halt als Aussichtspunkt ein, nicht als Besichtigung mit Führungszeiten und Eintritt.
Nein. Der Verkehrsverbund bodo hält fest, dass die Fahrradmitnahme im Bus überwiegend nicht möglich ist, und zählt die Ausnahmen namentlich auf; die Linien ab Wangen im Allgäu nach Argenbühl stehen nicht darunter. Wer per Bahn anreist, legt den Weg ab Wangen oder Kißlegg selbst zurück.
In einem sehr engen Fenster. Die Gemeinde Frickingen nennt „von 01.05. - 31.10. / jeden Sonn- und Feiertag von 10.30 - 12.00 Uhr“. An Werktagen und außerhalb dieser Saison bleibt das Museum geschlossen, und Frickingen wird zum Rastpunkt an der Strecke statt zum Programmpunkt des Tages.
Das ist offen. Aus Vogelschutzgründen ist der äußerste Zipfel vom 15. April bis 31. August gesperrt. Darüber hinaus meldet die Tourismusseite der Stadt Radolfzell, die Spitze sei wegen Unwetterschäden aktuell nicht begehbar, nennt dazu aber weder ein Datum noch eine Dauer.