
Der Bodensee ist im Westen ein anderer See als im Osten. Hinter Konstanz teilt er sich, das Ufer wird flach und schmal, und wenige Kilometer landeinwärts steigen Bergkegel aus der Ebene. Wer diesen Teil plant, plant drei verschiedene Landschaften: eine Insel mit Weltkulturerbe, eine Halbinsel ohne Steigung und einen Vulkanraum, in dem die Höhenmeter anfangen.
Die Klosterinsel Reichenau gehört seit dem Jahr 2000 zu den UNESCO-Welterbestätten Deutschlands. Die Denkmalpflege Baden-Württemberg nennt drei Kirchen: St. Maria und Markus in Mittelzell, St. Peter und Paul in Niederzell und St. Georg in Oberzell. In St. Georg liegt der Grund für die Einschreibung sichtbar an den Wänden — der Wandmalerei-Zyklus ist das einzige Beispiel einer vollständigen Kirchenschiffausmalung nördlich der Alpen aus der Zeit vor dem Jahr 1000.
Zwischen den drei Kirchen liegt kein Museumsgelände, sondern Landwirtschaft. Die Gemeinde gibt für die Insel rund 98 Hektar Freilandfläche und 44 Hektar Gewächshaus an, mit einem Ertrag von etwa 14.000 Tonnen Gemüse im Jahr. Du fährst also an Feldern und Folien entlang, nicht durch eine Kulisse. Wie die Runde über die Insel verläuft, steht auf der Radtour Insel Reichenau.
Westlich davon schiebt sich die Höri zwischen Untersee und Rheinarm. Das Ufer bleibt hier durchgehend flach, und die Orte liegen so dicht, dass du eine Etappe fast beliebig teilen kannst. Genau das macht die Halbinsel zur ruhigen Hälfte eines Tages, der im Hegau anstrengend wird.
Einen Halt kannst du fest einplanen: Das Hesse Museum Gaienhofen liegt in der Kapellenstraße 8 und damit im Ort, nicht am Ortsrand. Prüfe Öffnungstage und Eintritt vorher am Museum selbst — sie stehen nicht auf der Startseite, und eine geschlossene Tür kostet dich hier einen Umweg von mehreren Kilometern. Die Radtour über die Halbinsel Höri führt an der Uferlinie entlang.
Nördlich des Sees hört das flache Fahren auf. Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau beschreibt den Raum zwischen Singen am Hohentwiel und Engen so: Dort erheben sich große Bergkegel bis mehr als 300 Meter über die Landschaft. Die Stadt Singen zählt sieben bekannte Vulkane auf — Hohentwiel, Hohenkrähen, Mägdeberg, Hohenhewen, Hohenstoffeln, Neuhewen und Höwenegg — und nennt den Neuhewen mit 867 Metern Seehöhe als höchsten.
Die Zahlen dahinter erklären die Form: Die Kegel entstanden im Miozän und sind nach Angabe der Stadt etwa 7 bis 13 Millionen Jahre alt; die vulkanische Tätigkeit endete vor rund 6 Millionen Jahren. Was heute steht, sind die harten Reste der Schlote, während das weichere Gestein ringsum abgetragen wurde. Für dich heißt das: Die Anstiege kommen kurz und steil, nicht lang und gleichmäßig. Die Tour durch die Hegauer Vulkanlandschaft bleibt dabei überwiegend zwischen den Kegeln, nicht auf ihnen.
Die Stadt führt für den Raum zwei Wege, die sich im Zuschnitt deutlich unterscheiden. Die Hegau-Vulkan-Tour verbindet die fünf bekanntesten Vulkane; sie ist als Wanderweg angelegt. Für Räder nennt die Stadt die Mountainbike-Route Vulkan Genuss Hegau mit 50 Kilometern. Wer den Hegau also mit dem Rad abfahren will, nimmt diese Strecke und nicht die Vulkan-Tour — die beiden Namen klingen ähnlich und meinen verschiedene Sportarten.
Die drei Räume liegen dicht beieinander, und trotzdem ergeben sie keinen sinnvollen Tag. Insel und Höri sind flach und kurz getaktet, der Hegau ist es nicht; wer beides in eine Runde legt, hängt am Ende die Steigungen an die müden Stunden. Teile stattdessen: Untersee an einem Tag, Hegau am anderen.
Zwei weitere Grenzen gehören in die Planung. Zu den Kegeln selbst führen Wanderwege, keine Radstrecken — die Stadt Singen nennt für den Hohentwieler eine 7,5 Kilometer lange Rundtour zu Fuß. Und Belagsangaben findest du hier auf unseren Tourenseiten nicht: Für die Bodensee-Lieferung liegt kein berechnetes Belagsprofil vor, und geschätzt wird nichts. Wie die Etappen, Fähren und Grenzübertritte am See zusammenhängen, steht in Bodensee-Radweg: Etappen, Fähren, Grenzen und Bahn.
Seit dem Jahr 2000 gehört die Klosterinsel Reichenau zu den UNESCO-Welterbestätten Deutschlands. Die Denkmalpflege Baden-Württemberg führt dafür drei Kirchen an: St. Maria und Markus in Mittelzell, St. Peter und Paul in Niederzell sowie St. Georg in Oberzell. Der Titel gilt der Klosterinsel als Ganzes, nicht einem einzelnen Bauwerk.
Vor allem Landwirtschaft. Die Gemeinde gibt rund 98 Hektar Freilandfläche und 44 Hektar Gewächshaus an, mit einem Ertrag von etwa 14.000 Tonnen Gemüse im Jahr. Zwischen den drei Kirchen fährst du deshalb an Feldern und Folientunneln entlang. Das prägt das Bild der Insel stärker als jedes einzelne Bauwerk.
Die Stadt Singen nennt ein Alter von etwa 7 bis 13 Millionen Jahren; die Kegel entstanden im Miozän, und die vulkanische Tätigkeit endete vor rund 6 Millionen Jahren. Das Landesamt für Geologie beschreibt, dass sich die Bergkegel zwischen Singen und Engen bis mehr als 300 Meter über die Landschaft erheben.
Auf die Kegel selbst führen Wanderwege. Die Stadt Singen nennt für den Hohentwieler eine Rundtour von 7,5 Kilometern zu Fuß. Die Radstrecken im Hegau verlaufen überwiegend zwischen den Kegeln. Plane den Aufstieg deshalb als eigenen Programmpunkt ein und nicht als Verlängerung der Etappe.
Sinnvoll nicht. Insel und Höri sind flach und in kurzen Abschnitten zu fahren, der Hegau bringt kurze, steile Anstiege. Wer beides in eine Runde legt, hängt die Steigungen an die müden Stunden. Teile den Raum lieber auf zwei Tage: Untersee an einem, Hegau am anderen.