
65 Prozent der abhängig Beschäftigten fahren mit dem Auto zur Arbeit, 10 Prozent mit dem Rad. Das meldet das Statistische Bundesamt für 2024. Zugleich liegen 27 Prozent der Arbeitswege unter fünf Kilometern. Wer über den Umstieg nachdenkt, rechnet zuerst in Euro — und stößt dabei auf Zahlen, die Verschiedenes meinen.
Auf der Startseite steht ein Schieberegler von 10 bis 200 Kilometern pro Woche. Bei 50 Kilometern nennt er rund 440 Euro Spritkosten im Jahr, dazu rund 480 Kilogramm CO₂ und rund 53.000 Kilokalorien. Darunter übersetzt die Seite den Betrag in drei Alltagsgrößen: Kinoticket, Essen gehen, Fahrradinspektion.
Was gezählt wird, steht im Fußtext: „Durchschnittswerte zur Orientierung. In der App rechnet Biketour.Guide mit deinen echten Fahrzeug- und Preisdaten — die Statistik-Tiefe dazu ist Pro." Gerechnet wird also der Kraftstoff, den die nicht gefahrenen Autokilometer gekostet hätten. Mehr nicht.
Das Umweltbundesamt stellt auf seiner Seite zum Radverkehr die Nutzungskosten gegenüber. Für das Fahrrad nennt es rund 10 Cent je zurückgelegtem Kilometer. Für den Pkw nennt es 35 bis 327 Cent je gefahrenem Kilometer — und zwar ausdrücklich unter Berücksichtigung von Wertverlust, Reparatur, Versicherung, Stellplatzkosten und Betriebsmitteln, mit Verweis auf den ADAC, Stand 2026.
Diese Spanne ist der eigentliche Unterschied zur Rechnung auf der Startseite. Sie deckt die Nutzung insgesamt ab, nicht allein den Kraftstoff, und ihre Breite zeigt, wie stark das Ergebnis am Fahrzeug hängt. Wer seinen eigenen Wert kennt, rechnet mit ihm; wer ihn nicht kennt, sollte die 35 Cent nicht für den Normalfall halten.
Neben dem Geld steht die Zeit in der Rechnung, und dort sieht der deutsche Arbeitsweg überschaubarer aus als erwartet. Das Statistische Bundesamt gibt für 2024 an: 19 Prozent der Beschäftigten sind unter zehn Minuten unterwegs, 50 Prozent zwischen zehn und dreißig Minuten, 23 Prozent zwischen einer halben und einer ganzen Stunde. Nur 6 Prozent brauchen länger als eine Stunde.
Das ist die Größenordnung, in der ein Rad mithält, ohne dass der Tag länger wird. Auffällig ist, was sich seit 2020 verschoben hat: Der Autoanteil sank von 68 auf 65 Prozent, Bus und Bahn stiegen von 14 auf 16 Prozent, zu Fuß von 6 auf 7 Prozent. Der Radanteil blieb bei 10 Prozent — die Verschiebung ging also nicht aufs Rad.
Die Entfernungsklassen des Statistischen Bundesamts sortieren die Kandidaten. 27 Prozent der Beschäftigten fahren unter fünf Kilometer, 22 Prozent zwischen fünf und zehn. Auf diesen Strecken ersetzt das Rad eine ganze Fahrt statt eines Teilstücks — und dort schlägt jede der genannten Kostenspannen voll durch.
Zur Einordnung: 50 Kilometer in der Woche entsprechen ungefähr der Rhododendronroute im Ammerland, die auf 47 Kilometern drei Parks verbindet. Was am Wochenende eine Tagesrunde ist, ist unter der Woche der Weg zur Arbeit. Das Ammerland eignet sich dafür besonders, weil es kaum Steigungen hat; geplant wird dort der Wind, nicht das Höhenprofil.
Was in den 10 Cent je Kilometer steckt, schlüsselt das Umweltbundesamt nicht auf. Sichtbar werden die laufenden Kosten am ehesten bei Reparaturen, und ein Teil davon lässt sich unterwegs selbst erledigen. Am Fahrradrastplatz am Südstrand in Wilhelmshaven steht eine Radservice-Station des ADAC Regionalclubs Weser-Ems mit Aufhängevorrichtung, Luftpumpe mit Manometer, Reifenhebern und Schlüsseln; der Club gibt an, dass sie rund um die Uhr und für jeden kostenfrei bereitsteht. Ersatzteile bringst du selbst mit, die Station führt nur Werkzeug.
Die 440 Euro als eigene Ersparnis melden. Der Regler rechnet mit Durchschnittswerten, nicht mit deinem Verbrauch und nicht mit deinem Spritpreis.
Die drei Alltagsgrößen unter dem Regler als Preisliste lesen. Es sind Referenzwerte mit einem Stand, und Kinokarten wie Inspektionen kosten je nach Ort und Werkstatt anderes.
Und die Spanne des Umweltbundesamts für einen Spritpreis halten. Sie deckt die Nutzungskosten ab, nicht den Kraftstoff allein. Keine der Zahlen auf dieser Seite enthält den Kaufpreis eines Rades — Radweg statt Auto rechnet sich erst, wenn du diesen Posten selbst dazustellst.
Das Umweltbundesamt nennt rund 10 Cent je zurückgelegtem Kilometer als Nutzungskosten eines Fahrrades. Eine Aufschlüsselung, was darin steckt, gibt die Seite nicht an. Für den Pkw nennt sie 35 bis 327 Cent je gefahrenem Kilometer, einschließlich Wertverlust, Reparatur, Versicherung, Stellplatz und Betriebsmitteln.
Weil sie sehr verschiedene Fahrzeuge und Nutzungsmuster abdeckt und neben dem Kraftstoff auch Wertverlust, Reparatur, Versicherung und Stellplatz enthält. Das Umweltbundesamt verweist für die Zahlen auf den ADAC, Stand 2026. Für eine eigene Rechnung brauchst du deine Werte statt der Spannenenden.
Nein. Er arbeitet nach eigener Angabe mit Durchschnittswerten zur Orientierung und zeigt bei 50 Kilometern pro Woche rund 440 Euro Spritkosten im Jahr. In der App rechnet Biketour.Guide mit deinen eigenen Fahrzeug- und Preisdaten; die Statistiken dazu gehören zu Pro.
Der kurze. Nach dem Statistischen Bundesamt fahren 27 Prozent der Beschäftigten unter fünf Kilometer und 22 Prozent zwischen fünf und zehn. Dort ersetzt das Rad die gesamte Autofahrt statt eines Teilstücks, und jeder eingesparte Kilometer zählt mit dem vollen Satz. Längere Wege bleiben meist eine Kombination aus Rad und Bahn.
Teilweise. Der ADAC Regionalclub Weser-Ems betreibt am Südstrand in Wilhelmshaven eine Radservice-Station mit Aufhängevorrichtung, Luftpumpe mit Manometer, Reifenhebern sowie Schraubendrehern, Maul- und Inbusschlüsseln. Der Club gibt an, dass sie rund um die Uhr und für jeden kostenfrei nutzbar ist. Ersatzteile musst du selbst mitbringen, denn die Station führt nur Werkzeug.