
An einem Sonntag im Januar kommst du bei Polle nicht über die Weser. Der Landkreis Holzminden, der die Gierseilfähre dort selbst betreibt, führt für Dezember bis März ausdrücklich keinen Fährbetrieb an Sonn- und Feiertagen. Wer die Uferseite wechseln will, fährt dann bis zur nächsten Brücke. Fähren sind Teil der Strecke, aber sie folgen eigenen Zeiten, eigenen Tarifen und eigenen Grenzen.
Die Fähre bei Polle hängt an einem Tragseil und nutzt die Strömung der Weser, um ohne eigenen Antrieb zu queren. Das erklärt, warum sie schneller ausfällt als ein Motorschiff: Bei extremem Hochwasser, Eisgang oder Sturm stellt der Landkreis den Betrieb ein. Ob sie fährt, sagen ein Aushang an der Fähre, die Warn-App BIWAPP oder ein Anruf bei der Straßenmeisterei Stadtoldendorf.
Die regulären Zeiten unterscheiden sich nach Halbjahr. Von April bis November fährt sie montags bis freitags von 6:30 bis 19:00 Uhr, samstags von 8:00 bis 19:00 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10:00 bis 18:00 Uhr. Von Dezember bis März bleiben die Werktagszeiten gleich, der Sonntag entfällt.
Der Tarif steht seit dem 1. April 2024 fest, beschlossen vom Kreistag am 26. Januar 2024. Eine Person über zehn Jahre mit Fahrrad zahlt 1,50 Euro je einfache Fahrt, ein Kind zwischen vier und zehn Jahren mit Fahrrad 1,00 Euro. Eine Zehnerkarte für Person mit Fahrrad kostet 12,00 Euro. Kinder unter vier Jahren in Begleitung fahren frei, solange sie keinen Sitzplatz beanspruchen.
Für die Planung heißt das zweierlei. Wer die Fähre fest einrechnet, braucht eine zweite Linie auf der Karte: die nächste Brücke flussauf- oder flussabwärts, mit ehrlich gerechneten Zusatzkilometern. Und wer dieselbe Querung mehrfach nutzt, etwa auf einer Rundtour über beide Ufer, fährt mit der Zehnerkarte günstiger als mit Einzelfahrten — sie gilt einschließlich des Fahrzeugführers.
Im Verkehrsverbund Oberelbe ist die Fähre kein Sonderfall, sondern Teil des Netzes. Der Verbund schreibt, dass mit einem Ticket neben Nahverkehrszügen, S-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen auch jede Fähre genutzt werden kann — mit einer Ausnahme, und die heißt Kurort Rathen. Wer dort übersetzen will, löst gesondert.
Für das Rad gilt ein eigener Fahrausweis. Die Tageskarte Fahrrad kostet im Stand vom 1. April 2026 in einer Tarifzone 2,40 Euro und im gesamten Verbundraum 3,60 Euro; sie gilt ab der Entwertung bis 4 Uhr des Folgetages. Eine Monatskarte Fahrrad liegt bei 21,60 Euro. Dieselbe Tageskarte deckt wahlweise Fahrrad, Fahrradanhänger oder Hund ab, sodass ein Kinderanhänger keinen zweiten Fahrausweis braucht. Das Deutschlandticket allein reicht für das Rad nicht: Die Mitnahme kommt als Zusatz für 12,50 Euro je Kalendermonat im Verbundraum hinzu. Wer deutschlandweit unterwegs ist, fährt mit der Fahrradtageskarte Nahverkehr für 7,50 Euro, die der Verbund ausdrücklich auch in seinen Bussen und Straßenbahnen anerkennt.
Am Bodensee ist die Mitnahme kein Nebenposten, sondern ein eigenes Ticket. Die Bodensee-Schiffsbetriebe verlangen für die Fahrradtageskarte 8,00 Euro; sie gilt einen Tag lang auf allen fahrplanmäßigen Kursschiffen der BSB und der Vorarlberg Lines. Im internationalen Verkehr mit der Schweiz kostet sie 12,20 Euro. Beide sind nicht online erhältlich, sondern nur an den Schiffsticketschaltern.
Zwei weitere Einschränkungen gehören in die Planung. Auf der Strecke zwischen Insel Reichenau und Schaffhausen können Fahrräder wegen der Bauart der Schiffe nur bedingt mitgenommen werden; der Betreiber verweist auf telefonische Nachfrage. Und der kostenlose Fahrradmontag gilt 2026 zwar von April bis Oktober, aber nicht an Feiertagen und nicht in der Hochsaison zwischen dem 4. Juli und dem 13. September.
Ein Deutschlandticket als Fahrradticket lesen. Eine Fährzeit aus dem Sommerfahrplan in den Winter übertragen. Am Bodensee erst am Steg merken, dass die Fahrradtageskarte online nicht zu bekommen ist. Und eine Gierseilfähre bei Sturm einplanen, ohne vorher nachzusehen, ob sie fährt.
Die praktische Regel lautet: Jede Fähre auf der Strecke bekommt vor der Abfahrt einen eigenen Blick — Betriebszeit, Tarif, Ausnahme. Wie eine Weseretappe dazwischen liegt, zeigt die Etappe am Weser-Radweg, die Elbseite die Etappe Dresden–Meißen, die Region das Weserbergland.
Nach dem Tarif des Landkreises Holzminden, beschlossen am 26. Januar 2024 und gültig seit dem 1. April 2024, zahlt eine Person über zehn Jahre mit Fahrrad 1,50 Euro je einfache Fahrt. Kinder zwischen vier und zehn Jahren mit Fahrrad zahlen 1,00 Euro, eine Zehnerkarte kostet 12,00 Euro.
Nein. Der Landkreis Holzminden führt für Dezember bis März an Sonn- und Feiertagen ausdrücklich keinen Fährbetrieb. Von April bis November fährt sie sonn- und feiertags von 10:00 bis 18:00 Uhr. Werktags gelten ganzjährig 6:30 bis 19:00 Uhr, samstags 8:00 bis 19:00 Uhr.
Für die Person ja, für das Rad nicht. Der Verkehrsverbund Oberelbe schließt mit einem Ticket alle Fähren ein, ausgenommen Kurort Rathen. Das Fahrrad braucht einen eigenen Fahrausweis: eine Tageskarte Fahrrad ab 2,40 Euro oder die Zusatzoption zum Deutschlandticket für 12,50 Euro je Kalendermonat.
Nein. Die Bodensee-Schiffsbetriebe geben an, dass die Fahrradtageskarte für 8,00 Euro und die Variante für den internationalen Verkehr mit der Schweiz für 12,20 Euro nur an den Schiffsticketschaltern erhältlich sind. Wer erst am Steg danach fragt, sollte die Wartezeit vor der Abfahrt einplanen.
Sie hängt an einem Tragseil und nutzt die Strömung statt eines Motors. Der Landkreis Holzminden nennt extremes Hochwasser, Eisgang und Sturm als Gründe, den Betrieb einzustellen. Der aktuelle Stand steht als Aushang an der Fähre, läuft über die Warn-App BIWAPP und ist bei der Straßenmeisterei Stadtoldendorf zu erfragen.