
Auf dem Deich gibt es keinen Windschatten. Das ist keine Stimmungsbeschreibung, sondern der Grund, warum eine Küstenetappe anders geplant wird als eine im Flusstal: Die Steigung ist null, der Widerstand kommt aus einer Richtung, und die Wegewahl entscheidet darüber, wie lange du ihn aushältst. Hinzu kommt, dass der Deich kein gewöhnlicher Weg ist, sondern ein Bauwerk mit eigener Ordnung.
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Windböen ab 50 km/h, das entspricht 7 Beaufort. Sturmböen beginnen bei 65 km/h und reichen bis 89 km/h, schwere Sturmböen gehen bis 104 km/h, orkanartige Böen bis 119 km/h, Orkanböen beginnen bei 120 km/h.
Entscheidend ist eine Fußnote zu dieser Tabelle: Gemessen wird in etwa zehn Metern Höhe über offenem, freiem Gelände. Genau so ein Gelände ist die Deichkrone. Eine Warnung der untersten Stufe, die im Binnenland kaum auffällt, trifft dich dort ungefiltert — und mit Gepäck oder Anhänger zieht die Seitenböe am ganzen Rad.
Die Stufen des Warndienstes lassen sich gut in Entscheidungen übersetzen. Bei Windböen um 50 km/h verschiebt sich vor allem die Rechnung: Die Etappe dauert länger, als die Kilometerzahl verspricht. Ab Sturmböen von 65 km/h geht es nicht mehr um Tempo, sondern um Spurtreue — auf einem schmalen Deichweg neben einer Böschung ist das der Punkt, an dem eine landseitige Alternative die bessere ist. Was darüber liegt, ist kein Planungsfall mehr.
Der Cuxhavener Deichverband formuliert die Rechtslage unmissverständlich: Jede Benutzung des Deiches ist verboten, und zwar nach Paragraf 14 des Niedersächsischen Deichgesetzes. Nur Fußgängern und Radfahrern wird der Zutritt gestattet. Erlaubt ist damit das Fahren, nicht das Ausweichen: Zum Wandern und Radfahren sind nur die befestigten Fuß- und Fahrwege zu benutzen.
Der Grund dafür liegt in der Bauweise. Die Kleiabdeckung mit ihrer geschlossenen Grasnarbe muss im Winter den Sturmfluten standhalten; jede Fehlstelle ist ein Angriffspunkt für Wasser. Deshalb ist auch die Beweidung mit Schafen kein Zierbild, sondern Pflege: Sie verdichtet den Boden. Der Verband bittet ausdrücklich darum, sie nicht zu beeinträchtigen, und kündigt Anzeige gegen jeden an, der das Deichgesetz und die Hinweise missachtet.
Was für Hunde gilt, hängt davon ab, auf wessen Deich du stehst. Der Cuxhavener Deichverband untersagt das Mitführen von Hunden vollständig. Der Leda-Jümme-Verband erlaubt sie auf dem gesamten Deichgelände — Deich, Deichverteidigungsweg, Treibselräumweg und Vorland — ausschließlich angeleint und verlangt, dass Hundekot ausnahmslos mitgenommen wird.
Die Begründung ist dieselbe und zeigt, warum die Regel ernst gemeint ist: Schafe sind Fluchttiere, trächtige Muttertiere können unter starkem Stress verlammen, und grabende Hunde öffnen die Grasnarbe. Zwei Verbände, ein Schutzgut, zwei verschiedene Regeln. Welche gilt, sagt der Verband deines Abschnitts, nicht der Nachbarabschnitt.
Aus beidem folgt eine einfache Reihenfolge für den Morgen. Zuerst die Windrichtung, dann die Fahrtrichtung: Wer gegen den Wind hinausfährt, hat ihn auf dem Rückweg im Rücken, wenn die Kraft nachlässt. Danach die Wegewahl — wo landseitig ein paralleler Wirtschaftsweg verläuft, kostet er die Aussicht und nimmt dafür die Kante aus dem Wind.
Zuletzt die Pausenpunkte, denn die entscheiden bei Wind mehr als die Kilometer. Ein überdachter Platz wie der Fahrradrastplatz Südstrand in Wilhelmshaven ist bei auffrischendem Wind ein Etappenziel und keine Zugabe; auf der anderen Seite der Jade liegt mit der Butjadinger Fischereigesellschaft ein Halt am Kutterhafen.
Die Windwarnung für das Binnenland auf die Deichkrone übertragen, ohne die Messhöhe zu beachten. Neben dem befestigten Weg über die Grasnarbe ausweichen, weil es dort windstiller wirkt. Die Hunderegel eines Deichverbands auf den nächsten übertragen. Und eine Schafherde durchfahren, statt zu warten.
Welche Abschnitte am Jadebusen zusammengehören und wo die Route auf Brücken und Fähren angewiesen ist, steht auf der Regionsseite.
Die unterste Stufe beginnt bei Windböen über 50 km/h, das sind 7 Beaufort. Sturmböen liegen zwischen 65 und 89 km/h, schwere Sturmböen zwischen 90 und 104 km/h, orkanartige Böen zwischen 105 und 119 km/h. Orkanböen beginnen bei 120 km/h und bilden die höchste reguläre Stufe.
Weil die Warnschwellen in etwa zehn Metern Höhe über offenem, freiem Gelände gemessen werden. Genau das ist eine Deichkrone: kein Bewuchs, keine Bebauung, keine Abschattung. Was im Binnenland durch Häuser und Hecken gebremst wird, kommt dort ungefiltert an, seitlich und über die ganze Etappe hinweg.
Nein. Der Cuxhavener Deichverband verweist auf Paragraf 14 des Niedersächsischen Deichgesetzes, wonach jede Benutzung des Deiches verboten ist; Fußgängern und Radfahrern wird der Zutritt gestattet, aber nur auf den befestigten Fuß- und Fahrwegen. Die Grasnarbe ist Teil des Hochwasserschutzes und darf nicht beschädigt werden.
Das entscheidet der zuständige Deichverband. Der Cuxhavener Deichverband untersagt das Mitführen von Hunden vollständig. Der Leda-Jümme-Verband erlaubt Hunde auf dem gesamten Deichgelände ausschließlich angeleint und verlangt, dass Hundekot ausnahmslos mitgenommen wird. Prüfe deshalb den Verband deines Abschnitts, nicht den Nachbarabschnitt.
Sie sind Deichpflege. Ihr Tritt verdichtet die Kleiabdeckung und hält die Grasnarbe geschlossen, die im Winter den Sturmfluten standhalten muss. Deshalb bitten die Verbände darum, die Beweidung nicht zu beeinträchtigen. Schafe sind Fluchttiere; trächtige Muttertiere können unter starkem Stress verlammen. Warten ist hier schneller als Durchfahren.