
Die Westachse des Ammerlands lässt sich an einem Tag fahren: Ortskern Edewecht, der Elisabethfehnkanal als Leitlinie nach Westen, das Freilichtmuseum im Kurpark von Bad Zwischenahn als Ziel. Zwei Dinge entscheiden dabei über den Nachmittag — der Wochentag, an dem du fährst, und ein Satz aus der Kurparkordnung, der die letzten Meter betrifft.
Edewecht ist der Startpunkt, weil hier drei der Ammerländer Themenrouten zusammenlaufen. Die Edewecht Touristik nennt sie beim Namen: Mühlenroute, Moorroute und Ammerlandroute. Die Längen stammen aus derselben Quelle und sind gerundet zu lesen — rund 46 Kilometer für die Mühlenroute, rund 58 für die Moorroute; die Ammerland Touristik führt dieselben Strecken mit 45,86 und 57,70 Kilometern. Beide Angaben sind richtig, sie unterscheiden sich nur in der Genauigkeit, nicht im Verlauf.
Wichtiger als die Rundenlängen ist das Knotenpunktsystem darunter. Die Ammerland Touristik beziffert es auf „738 Kilometern Netzlänge“ und beschreibt es als Baukasten: Routen lassen sich damit abwandeln, statt sie ganz zu fahren. Für die Westachse heißt das, dass du dich an den Nummern entlanghangelst und die Themenrouten nur dort mitnimmst, wo sie in die Richtung passen. Mehr dazu auf der Seite zu Edewecht.
Westlich von Edewecht beginnt der Elisabethfehnkanal, und mit ihm der ruhigste Abschnitt der Strecke. Das Erholungsgebiet Barßel-Saterland gibt eine Mitteilung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege wieder, nach der der Kanal bereits im Oktober 1995 „als letzter intakter Fehnkanal mit 14,83 km Länge vom Küstenkanal(Kampe) bis zur Einmündung in die Sagter Ems bzw. Leda“ als technisches Kulturdenkmal ausgewiesen wurde. Die Angabe steht hier aus zweiter Hand; der Denkmalatlas Niedersachsen war beim Abruf nicht erreichbar.
Die Schleusen sind der Punkt, an dem Radfahrende und Schifffahrt sich unterscheiden. Die Gemeinde Barßel gibt für den Betrieb bekannt: „Schleusungen grundsätzlich nur mit Voranmeldung“, außerhalb der Hauptsaison drei Tage vorher. Das betrifft Boote, nicht dein Rad — es heißt aber, dass du eine Schleusung am Weg nur mit Glück zu sehen bekommst. Die vier Anlagen liegen laut derselben Quelle bei Kanalkilometer 5,3 (Reekenfeld), 7,7 (Brandreeken), 11,2 (Elisabethfehn) und 14,37 (Osterhausen).
Das Moor- und Fehnmuseum in Elisabethfehn liegt am Weg und öffnet nach eigener Angabe vom „15. März bis 31. Oktober Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10.00 bis 18.00 Uhr“, mit Einlass bis 17.30 Uhr; von November bis Februar nur nach Anmeldung. Montag ist damit Ruhetag. Der Eintritt kostet 6,50 Euro für Erwachsene und 3,00 Euro für Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren. Angeleinte Hunde dürfen mit. Der Museumsverband Niedersachsen-Bremen nennt als Saisonstart April statt Mitte März — für die Planung gilt die Angabe des Hauses selbst.
Der Zielpunkt ist der heikelste. Das Freilichtmuseum, das die Bad Zwischenahner Touristik als Ammerländer Bauernhaus führt, liegt im Kurpark am Ostufer des Zwischenahner Meeres — und für den Kurpark gilt eine eigene Satzung. Sie sagt in § 5: „Es ist nicht gestattet, im Kurpark ... mit Fahrrädern, Skateboards, Rollschuhen oder Inline-Skates zu fahren“. Der Geltungsbereich umfasst nach § 1 die Flächen Ufergarten, Kurpark und Strandpark, benannt mit Flur und Flurstücken; nur diese drei fasst die Satzung als Kurpark zusammen. Ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße „bis zu fünftausend Euro“ geahndet werden.
Praktisch heißt das: Die letzten Meter schiebst du. Hunde dürfen laut derselben Satzung „im Kurpark nur an der kurzen Leine geführt werden“, zelten, übernachten und grillen sind ebenfalls untersagt. Die Hundeverordnung der Gemeinde nennt das Museumsgelände zusätzlich ausdrücklich unter den Flächen mit Leinenpflicht.
Das Freilichtmuseum selbst öffnet enger, als ein Radtag es gern hätte. Die Touristik nennt für das Bauernhaus „März - Oktober“ und die Zeiten Mittwoch und Freitag 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr, dazu ausdrücklich „Ruhetage: Montag, Dienstag, Donnerstag“. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro für Erwachsene, 2 Euro ermäßigt und für Kinder — allerdings mit dem Zusatz, dass diese Preise für das Bauernhaus gelten und für weitere Häuser andere Preise anfallen. Zum Gelände gehören nach Angabe der Touristik 17 Häuser samt Nebengebäuden und eine Mühle mit funktionsfähigem Mahlgang.
Mit der Bahn bis Bad Zwischenahn und von dort gegen den Uhrzeigersinn ist die bequemere Richtung. Für das Rad im Zug verlangt der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen ein FahrradTicket je Fahrt und Fahrgast und hält fest: „Ein Rechtsanspruch auf die Fahrzeugbeförderung besteht nicht. Sind die Stellplätze eines Fahrzeuges besetzt, so müssen weitere Fahrgäste mit Fahrrad zurückbleiben.“ In Bussen gilt eine Grenze von zwei Rädern, Lastenräder sind ganz ausgeschlossen, und Gruppen ab fünf Personen melden sich sieben Tage vorher an.
Am Bahnhof Bad Zwischenahn stehen nach Angabe der Gemeinde 185 Fahrradabstellplätze, davon etwa 90 in abschließbaren Bereichen zu einer Nutzungsgebühr von jährlich 25 Euro. Und ein Hinweis für den Herbst: Die Gemeinde hat für die Herbstferien die abschließenden Asphaltierungsarbeiten an der L 831 angekündigt und schreibt dazu, der Fuß- und Radverkehr werde innerörtlich umgeleitet, weil abschnittsweise Sperrungen nötig werden. Ein genaues Datum nennt die Meldung vom Juni nicht und behält sich Anpassungen der Bauzeiten ausdrücklich vor.
Nein. Die Kurparkordnung der Gemeinde untersagt in § 5, im Kurpark mit Fahrrädern, Skateboards, Rollschuhen oder Inline-Skates zu fahren. Der Geltungsbereich umfasst Ufergarten, Kurpark und Strandpark. Ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße bis zu fünftausend Euro geahndet werden. Schieben bleibt erlaubt.
Vom 15. März bis 31. Oktober dienstags bis sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr. Montag ist Ruhetag. Von November bis Februar bittet das Haus um vorherige Anmeldung. Erwachsene zahlen 6,50 Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren 3,00 Euro.
Montags, dienstags und donnerstags. Die Touristik nennt für das Ammerländer Bauernhaus von März bis Oktober mittwochs und freitags 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt von 3,50 Euro gilt für das Bauernhaus; für weitere Häuser fallen andere Preise an.
Der Verkehrsverbund verlangt für jede Fahrt ein FahrradTicket, ein Fahrzeug je Fahrgast. Einen Rechtsanspruch auf Beförderung gibt es nicht: Sind die Stellplätze besetzt, bleiben weitere Fahrgäste mit Rad zurück. In Bussen werden höchstens zwei Räder befördert, Lastenräder sind von der Beförderung ganz ausgeschlossen.
Nur mit Glück. Die Gemeinde Barßel gibt für den Elisabethfehnkanal bekannt, dass Schleusungen grundsätzlich nur mit Voranmeldung stattfinden, außerhalb der Hauptsaison drei Tage vorher. Die vier Anlagen liegen bei Kanalkilometer 5,3, 7,7, 11,2 und 14,37. Für Radfahrende ändert sich daran nichts, der Uferweg bleibt frei.